Mammographie

– Alle wichtigen Informationen –

Allgemeine Information

Der Chirurg Otto Kleinschmidt fertigte 1927 am Universitätsklinikum Leipzig die erste Mammographie an. Flächendeckend wurde diese Technik erst nach 1966 angewandt. Seither führten kontinuierliche technische Neuerungen zu einer Senkung der effektiven Strahlendosis einer Untersuchung auf 0,2-0,3 mSv. Dieser Wert entspricht 10% der mittleren natürlichen Strahlung in Deutschland pro Jahr oder anders ausgedrückt ca. 15 Flugstunden in 10.000m Höhe.
In Deutschland erkranken im Jahr ca. 70.000 Frauen und 600 Männer an Brustkrebs. Das Lebensrisiko an Brustkrebs oder seiner Vorstufe zu erkranken beträgt 8-10%. Werden ab dem 40. Lebensjahr ca. 30 Mammographien durchgeführt, erhöht sich das natürliche Erkrankungsrisiko durch die zusätzliche Strahlenbelastung um den minimalen Faktor 0,04%.

Was ist Mammographie?

Die Mammographie ist die Röntgenuntersuchung der Brust unter Verwendung spezieller Filter und besonders weicher, niederenergetischer Röntgenstrahlung. Durch unterschiedliche Strahlenabsorption im Gewebe werden feine Details von Haut, Fettgewebe, Drüsengewebe und Verkalkungen sichtbar. Unsere zertifizierten Assistentinnen erstellen Ihre Aufnahmen mit dem heute technisch besten Verfahren, der digitalen Vollfeldmammographie in Microdosis-Technik. An hochauflösenden Bildschirmen erfolgt die Auswertung durch den erfahrenen Radiologen. Das Ergebnis wird anschließend mit Ihnen besprochen.

Wie läuft die Mammographie ab?

Eine speziell geschulte Röntgenassistentin erklärt Ihnen gut verständlich den Ablauf der Untersuchung. Bei Bedarf stehen wir von ärztlicher Seite für Fragen zur Verfügung. Ihr Oberkörper sollte vollständig freigemacht werden. Von jeder Brust werden im Stehen je zwei Aufnahmen – von oben und der Seite – angefertigt. Dabei wird die Brust zwischen zwei ergonomisch geformten Plexiglasplatten gelagert und moderat komprimiert. Diese Kompression (der ausgeübte Druck auf die Brust) ist zur Verringerung der Strahlendosis und für eine qualitativ hochwertige Aufnahme unerlässlich. Durch einfühlsame Handhabung gestalten unsere Röntgenassistentinnen den gesamten Ablauf für Sie so angenehm wie möglich. Auch eine Aufnahme im Rollstuhl ist schonend möglich. Das Tragen einer Bleischürze ist nicht erforderlich.

Welche Ergänzungsuntersuchungen gibt es?

Klinische Untersuchung: nach der Mammographie tastet der Arzt Ihre Brust auf Verhärtungen ab und achtet auf äußerliche Veränderungen.
Ultraschalluntersuchung der Brust: altersabhängig zeigen 30-50% der Frauen einen dichten oder sehr dichten Drüsenkörper. Der hochauflösende Ultraschall (Mammasonographie) mittels 19mHz Schallkopf ist in diesen Fällen eine sehr sensitive Methode zum Auffinden verdächtiger Befunde ab einer Größe von ca. 3 mm und bevorzugte Untersuchungsmethode bei Frauen unter 40 Jahren.
Ultraschallbiopsie: ein schonendes und schmerzarmes Verfahren zur gezielten und raschen Abklärung auffälliger Befunde. Nach zwei Tagen erhalten Sie Ihr Ergebnis.
Galaktographie: Methode der Wahl bei Sekretabsonderung aus der Brustwarze. Nach vorsichtiger Sondierung des Milchganges kann durch Kontrastmittel eine sogenannte intraduktale Proliferation, z.B. ein Papillom, nachgewiesen werden.
Stereotaktische Vakuumbiopsie: Methode zur Abklärung auffälliger Mikroverkalkungen, sie können Brustkrebsvorstufen entsprechen.
Kernspintomographie der Brust: u.a. für sehr junge Frauen mit hohem Risiko für eine Brustkrebserkrankung, Früherkennung nach Brustimplantaten, bei Narben nach Brustkrebserkrankung (weitere Information auf Anfrage).

Mammographie und Schwangerschaft

Bei auffälligen Veränderungen des Brustgewebes oder der Achsellymphknoten in der Schwangerschaft ist der Brustultraschall die Methode der Wahl. Bei bestehender oder fraglicher Schwangerschaft ist grundsätzlich streng zu prüfen, ob eine Mammographie notwendig ist.Aufgrund der hohen Brustdichte in der Schwangerschaft ist die Aussagekraft der Mammographie meist deutlich geringer, die Strahlenempfindlichkeit des Brustgewebes aber erhöht. Eine Gefahr für das Ungeborene besteht nicht. Nach Abwägung aller Aspekte (Dringlichkeit der Mammadiagnostik, Ultraschallbefund, Schwangerschaftswoche, Therapiemöglichkeiten) wird zusammen mit Ihnen die beste Entscheidung getroffen.

Wissenswertes

Zu Ihrer Sicherheit führen wir routinemäßig eine Zweitbefundung jeder Mammographie durch einen weiteren erfahrenen Radiologen durch.
Falls Sie erstmals zu uns kommen: Voraufnahmen und schriftliche Vorbefunde sind zum Erkennen diskreter Veränderungen äußerst hilfreich und sollten zum Termin mitgebracht werden.
Wir stehen im Dienst Ihrer Gesundheit: Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der Frau. Die Risiko-Nutzen-Abwägung spricht deutlich für die Vorteile multimodaler Früherkennungsuntersuchungen. Für Tumore kleiner als 1 cm und ihre Vorstufen beträgt die Heilungsrate nach aktuellem Stand über 95%. Wird Brustkrebs früh erkannt, ist zumeist auch die Behandlung weniger belastend.